Name:
Bestand der Stiftung Magdalenenhospital im Stadtarchiv Münster
Porträt:

Beschreibung

Alternative/historische Bezeichnungen:
Stiftungsarchiv/Magdalenenhospital
Träger:
Stiftung Magdalenenhospital
Standort:
Münster
Schwerpunkt:

Institutionengeschichte

Thematik:
Gemeinwesen & Soziales, Religion
Webseite des Archivs:
Inhaltliche Beschreibung/Kurzprofil:

Überlieferung des seit 1184 urkundlich nachweisbaren westfälischen Hospitals.

Beständeübersicht/Tektonik:

Akten
Sammlungen
Nachlässe

Zugang und Nutzung

Kontaktdaten:
An den Speichern 8
48157 Münster
Zugangsmöglichkeiten für externe Nutzer:
Zugang während der Öffnungszeiten
Öffnungszeiten:

Di, Mi 10-17 Uhr
Do 10-18 Uhr

Ansprechpartner:
Anja Gussek
Dr. Hannes Lambacher [Städt. Archivdirektor]
An den Speichern 8
48157 Münster
Telefon: 0049 (0) 251 4924700
E-Mail:
Hilfsmittel für die Nutzung:
Arbeitsplätze, Kopierer, PC
Weitere Einrichtungen des Archivs:
Bibliothek, Sammlung/en

Geschichte und Kontext

Geschichte des Archivs:

Bis zur Säkularisation 1803 waren die beiden "Spitalherren" (Ratsamt) als Provisoren für das Schriftgut des Magdalenenhospitals verantwortlich, im 19. Jahrhundert kam es in die Obhut der Armenkommission und lagerte unstrukturiert im Stadtarchiv, das seit 1913 professionell geführt wird. Während der 1920er Jahre erste Verzeichnung der Überlieferung.

Dokumentationssystem:
AUGIAS
Findbuch
Personen/Organisationen, Orte:
Weitere Informationen:

Ein Erstbeleg dieses ältesten Hospitals der Stadt Münster lässt sich für das Jahr 1176 feststellen, die erste Urkunde stammt aus dem Jahr 1184. Das Hospital lag zunächst "zwischen den Brücken" am Spiekerhof. Es stand erst unter bischöflicher, dann unter städtischer Aufsicht. Im 14. Jahrhundert erfuhr es einen Wandel zum Pfründnerhaus. Pfründnerhäuser sind Zweckgemeinschaften, die durch den Zusammenschluss von Einzelstiftungen und Spenden entstanden. Seit 1828 befand sich das Magdalenenhospital im ehemaligen Kloster Ringe an der Ludgeristraße.

Der Zweck der Stiftung Magdalenenhospital bestand ursprünglich in der Beherbergung von 34 Frauen und Männern. Der "Geschäftsanweisung für den Armenvorstand und die Armenpfleger" von 1894 folgend, nahm das Magdalenenhospital arme katholische Bürgerwitwen und -witwer auf. Diese bekamen eine freie Wohnung und Verpflegung im Krankheitsfall, Feuerung, im Todesfall ein bürgerliches Begräbnis und monatlich 23 Mark.

Heute verwirklicht die Stiftung Magdalenenhospital ihren Stiftungszweck vornehmlich durch den Bau, die Bereitstellung und die Unterhaltung von Wohnmöglichkeiten sowie die Schaffung und Förderung von Hilfsangeboten für hilfsbedürftige alte Menschen.

Publikation

Publikation:

Joseph Prinz, Bearb.: Münsterisches Urkundenbuch. Das Stadtarchiv Münster, 1. Halbbd.: 1176-1140, S. 1, Münster 1960

http://www.muenster.de/stadt/archiv/publikationen.html

Bestände

Titel des Bestands:
A. Archive der Stadt Münster - 1. Archive der fürstbischöflichen Zeit - Stiftungsarchiv
Verzeichnungsstufe:
Gesamtbestand
Signatur:
Stadtarchiv Münster, Stiftungsarchiv - 'Name des Teilfonds': Urkunden/Akten
Provenienz:

Einzelne Stiftungsfonds

Bestandsbeschreibung:

Zu den meisten Teilfonds existieren Online-Findbücher.
Siehe: http://www.archive.nrw.de/kommunalarchive/kommunalarchive_m-p/m/Muenster/bestaende/online-findmittel/index.php

Darunter: A1C Magdalenenhospital

Erschließungsumfang:
vollständig erschlossen
Physischer Umfang der Verzeichnungseinheit:

55 Teilfonds

Archivalien:
Akten
Urkunden & Siegel
Objekte:
Entstehungszeitraum/Laufzeit:
1184-ca. 1900
Verbunden mit:

Titel des Bestands:
Stiftung Magdalenenhospital
Verzeichnungsstufe:
Teilbestand
Signatur:
Provenienz:
Bestandsbeschreibung:

Inhalt : Bei dem vermutlich schon im 11. Jahrhundert gegründeten, aber erst 1176 im Zusammenhang mit dem Kirchenbau urkundlich erwähnten Magdalenenhospital, im Mittelalter bezeichnet als "hospitale pauperum sanctae Mariae Magdalenae intra pontes lapideos" oder "hospital tusschen den steinernen brüggen" handelt es sich um das älteste Hospital der Stadt Münster. Als bruderschaftliche Einrichtung stand das im Kirchspiel Überwasser auf einer Insel zwischen zwei Armen der Aa gelegene Magdalenenhospital zunächst unter bischöflicher Aufsicht. Ab 1241 ist eine städtische Beteiligung an der Verwaltung des Hospitals belegt, die Ende des 13. Jahrhunderts vollständig in städtische Zuständigkeit überging. Unter einem Vorsteher (Provisor) kümmerte sich zunächst die Bruderschaft um die Versorgung Kranker, Bedürftiger und Pilger. Im 14. Jahrhundert vollzog sich der Wandel zum Pfründnerhaus. Wohlhabende Bürgerinnen und Bürger, die ihren gesamten Besitz in das Hospital einbrachten, konnten einen Platz im Hospital als "Einkaufspfründner" erwerben. Mit der Aufgabe der ursprünglichen Funktionen - der Aufnahme durchreisender Fremder - scheint auch die Auflösung der Bruderschaft verbunden gewesen zu sein. In den späteren Jahrhunderten wurde die Versorgung der circa 30 Pfründnerinnen und Pfründner von Dienstpersonal unter der Leitung eines Amtmannes wahrgenommen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Verwaltung des Magdalenenhospitals von der Armenkommission übernommen. 1827 ist die Hospitalskirche abgerissen worden, und 1828 erfolgte die Verlegung der Insassen des Magdalenenhospitals in das ehemalige Kloster Ringe an der Harsewinkelgasse. Die Stiftung Magdalenenhospital existiert noch heute als städtisch verwaltete selbständige Stiftung.

Umfang : 425 Einheiten (41 Kartons), Handschriftliches Verzeichnis, erstellt von Josef Ketteler (nur Urkunden); Regesten Utsch (undatiert), Zitierung: StdAMs, Stiftungsarchiv, Magdalenenhospital231 Urkunden (1184-1672) Bestätigung des Güterbesitzes des Magdalenenhospitals durch Bischof Hermann II. von Münster (1184); Rentverschreibungen (1346-1633); Vermächtnis eines Hofes an das Magdalenenhospital (1375); Kaufverträge (1385-1641); Bestätigung einer Dotation für den Cyriacus-Altar in der Kapelle des Magdalenenhospitals (1395); Eigenhörigkeitserklärungen und Wechselbriefe (1400-1621); Tauschverträge (1400-1587); Stiftung einer zweiten Vikarie (1453); Vergleich (1484-1586); Schenkung einer Pfründnerin (1528); Freibriefe (1512-1646); Gewinnbrief über den Hof Harling / Amelsbüren (1524); Vermächtnis (1525); Gewinnbrief über den Hof Spital/Gievenbeck (1525); Urteil gegen Arndt Belholt wegen Viehdrift (1526); Verkauf des Hofes Lütke Schürmann / Amelsbüren an das Magdalenenhospital (1568); Errichtung einer Mühle (1643); Verkauf des Hofes Miling / Amelsbüren (1658); Rechtsstreitsache wegen rückständiger Renten (1672);194 Akteneinheiten (1420-1882)Küchenbücher (1551-1699); Rechnungsbuch (1501-1613); Rentverschreibungen (1547-1580); Rechnungslegung (1545-1835); Belege und Protokolle (1751-1781); Grundbesitzangelegenheiten (1450-1460, 1536-1831); eigenhörige Höfe Pöpmann / Amelsbüren (1608-1796), Hof Spital / Gievenbeck (1550-1779), Hof Schulte Farwick / Hiltrup (1595-1779), Hof Miling / Amelsbüren (1596-1666), Hof Westrup / Amelsbüren (1636-1799), Hof Volmer / Havixbeck (1606-1808), Hof Harling / Amelsbüren (1726-1797), Hof Rittmann / Amelsbüren (1730-1777), Hof Ramert / Gievenbeck (1603-1788), Höfe Große und Lütke Schürmann / Amelsbüren (1599-1800); Rechtsstreitsachen (1548-1798); Vermögensangelegenheiten (1597-1805); Verwaltungsangelegenheiten (1564-1868); (Pluggen- und Schanz-)Windmühlen (1664-1789); Einkünfteverzeichnisse (1638-1797); Lagerbücher (1796); Kopiare (1475-1582); Archivinventare (1794-1837); Verzeichnisse des Grundbesitzes (1549-1551); Darstellung des Rechts und der Rechtsprechung (1646); Einnahmeregister (1736-1755); Beobachtungen zu den Rechnungen (Rechnungsprüfung) (1751-1795); Abschrift der Rolle (Statuten) des Hospitals aus dem Jahr 1360 (1711-1791); Memorienkalender des Magdalenenhospitals (unvollständig) (1420); Grundbesitz des Magdalenenhospitals um die Zitadelle (Schloß) (1659-1775); Eigenhörige (Protokollauszüge) (1660-1780); Reinigung der Aa (1772); Rechtsstreitsache Nachlaß des Pastors Kaspar Osnabrügge (1539-1689); Kopiar (1768-1788); Nachlaß Witwe Anna Christina Gertrud Harde (1780-1796); Zehnt (1576-1797); Frei- und Wechselbriefe (1594-1777); Amtmänner (1699-1790); Hofsprachordnung und Hofsprachen (1712-1721); Kauf- und Pachtverträge (1749-1882); Präsentationen der Pfründner (1770-1780).

Literatur : [Ducornu, A.], Das Magdalenen-Hospital in Münster, in: Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde, Bd. 18, 1857, Teil 1, S. 65-130.
Gärtner, Paul, Das Magdalenenhospital zu Münster i/W. Ein Beitrag zur Geschichte des Armenwesens im Mittelalter, Dissertation, [Münster] 1921.
Krug-Richter, Barbara, Zwischen Fasten und Festmahl. Hospitalverpflegung in Münster 1540 bis 1650 (Studien zur Geschichte des Alltags, Bd. 11), Stuttgart 1994.
(Quelle: Archive NRW (http://www.archive.nrw.de))

Erschließungsumfang:
Physischer Umfang der Verzeichnungseinheit:
Archivalien:
Objekte:
Entstehungszeitraum/Laufzeit:
1184-1882
Verbunden mit: